Ich
selbst, mein Gefühl, das Material sind ein Ritual, das
zum Kunstmachen wird. Da das Leben zu künstlich ist und
der Einfluß von Stress zu hoch, kehre ich zur Erde zurück.
Jedesmal wenn ich mir den Schlamm über den Kopf gieße,
versuche ich, mein eigenes Bewußtsein zurückzugewinnen
und zu dem Ort meiner eigentlichen Bestimmung wiederzukehren.
Ich begebe mich an meine Arbeit, als würde ich für
mich eine eigene Zeremonie vollführen. Die völlig
schlammig gewordene Puppe aus meiner Kindheit hat sich aus
der Beziehung mit mir gelöst und ist jetzt in einem Zustand,
dass sie nicht einmal mehr atmen kann.
Angst zu haben. Dem Leben, dem Tod und auch dem Augenblick
gegenüber an nichts glauben zu können. Nachdem ich
den Schlamm auf meinem Kopf fühle, spüre ich, dass
mein ganzer Körper atmet und dass er mit einem Material
verbunden ist, dem er entstammt, und er ist wieder in einer
Welt, wo es nichts gibt, was seinesgleichen erschaffen. (Chiharu
Shiota, 1999)